Die Deutschen geben immer Geld im E-Commerce aus. Die Umsätze von Online-Marktplätzen und über mobile Geräte durchbrachen im zweiten Corona-Jahr 2021 erstmals die Schallmauer von 100 Milliarden Euro. Ohne Lebensmittelumsätze wurde in Deutschland jeder fünfte Euro im E-Commerce umgesetzt. Dabei profitierten nicht alle Branchen gleichermaßen von der Kaufwilligkeit der Corona geplagten Kunden. Ein Überblick.

Onlineshopping und der Einkauf via mobile Devices hat seit Beginn der Pandemie 2020 noch an Popularität gewonnen. Rechnet man die Online-Umsätze mit Lebensmitteln heraus, kletterten die Bruttoumsätze mit Waren hierzulande um 19,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (83,3 Mrd. Euro) auf 99,1 Milliarden Euro. Das bedeutet, dass die Deutschen annähernd jeden fünften Euro, der für Haushaltsausgaben zur Verfügung stand, im E-Commerce ausgaben. Im Jahr 2020 hatte die Branche um 14,6 Prozent verglichen mit dem Vorjahr zulegen können. Interessant dabei, dass immer häufiger mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets zum elektronischen Einkaufen eingesetzt werden. Der Umsatzanteil über mobile Endgeräte betrug 40,2 Prozent.

Digitale Dienstleistungen leiden unter Pandemiefolgen

Vom positiven Trend nicht profitieren konnten dagegen digitale Dienstleistungen, wie der Verkauf von Veranstaltungstickets, von Bahn- oder Flugtickets oder online gebuchten Mietwagen. Der Dienstleistungsbereich unterliegt noch immer den massiven Einschränkungen der anhaltenden Pandemie. Diese Zahlen gab der der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) in einer Pressekonferenz am 26. Januar 2022 bekannt.
Laut Gero Furchheim, Präsident des bevh, entdecken immer mehr Kunden gerade in Zeiten von Corona die Vorzüge des elektronischen Einkaufens: „Die Corona-Pandemie setzt weiterhin Gesellschaft und Handel in einen Ausnahmezustand, aber der digitale Handel bringt mit der sicheren Warenversorgung ein Stück Normalität zurück. E-Commerce wird immer mehr als das Normale und Übliche empfunden. Sein Wachstum stabilisiert sich auf hohem Niveau nach Ausschlägen zum Beginn der Pandemie und zeigt, dass sich seine Vorteile wie größere Auswahl und mehr Service dauerhaft durchsetzen werden. Handel ohne E-Commerce ist schon jetzt nicht mehr denkbar, weder für die Konsumenten noch für Händler“.

Kaum Verzögerungen durch Lieferkettenprobleme

Erfreulich ist dabei, dass die Online-Shopper immer zufriedener werden: Der bevh registrierte 96,3 Prozent „zufriedene“ und „sehr zufriedene“ Käufer – ein neuer Rekord. Lieferkettenprobleme gab es dabei offensichtlich kaum. Selbst im vierten Quartal blieben die befürchteten Verzögerungen im E-Commerce fast gänzlich aus.
Auffällig ist dabei, dass die Bestellfrequenz bei vielen Kunden wächst. Beinahe 41 Prozent der vom bevh Befragten sagten, in den letzten sieben Tagen mehr als einmal online gekauft zu haben. Das ist deutlich mehr als im Vergleich zum Shopping-Verhalten vor der Pandemie (2019: 33,2 Prozent) und noch einmal ein leichter Anstieg gegenüber 2020 (39,7 Prozent).

Auch Ältere bestellen immer häufiger online

Die Studie macht auch deutlich, dass immer mehr ältere Kunden den E-Commerce nutzen: Es scheint, als wäre das mobile Einkaufen in der Breite der Gesellschaft angekommen. Wurde E-Commerce früher vor allem von jüngeren Kunden genutzt, machen Käufer ab 50 Jahren heute mindestens die Hälfte aller mobilen Bestellungen aus. Die mangelnden Shopping-Möglichkeiten vor Ort während der Pandemie haben offensichtlich auch die Einkaufsgewohnheiten älterer Kunden deutlich verändert.

Mobile Endgeräte: fürs Online-Shoppen immer wichtiger

Das Bestellen mit Smartphones und Tablets gehört heute zum Alltag. Der Umsatz des Mobile-Commerce stieg in den zurückliegenden zwei Jahren um 56,5 Prozent auf 39,9 Mrd. Euro. Damit machten Bestellungen über mobile Endgeräte 2021 bereits 40 Prozent aller E-Commerce-Umsätze ohne Lebensmittel aus. Vor Beginn der Corona-Pandemie lag der Anteil mit 28,1 Mrd. Euro in etwa bei einem Drittel.
Es überrascht kaum, dass der Kauf mittels mobiler Endgeräte bei den 14- bis 29-jährigen anteilig besonders hoch ist. Sie shoppten zu zwei Dritteln via Smartphone oder Tablet. Zur Information und Auswahl der Artikel nutzt diese Altersgruppe vorrangig Suchmaschinen, Onlineshops sowie Social Media und Apps. Die Bedeutung von Social Media für jüngere Online-Shopper schnellte seit 2017 um 350 Prozent in die Höhe.
Und die Bedeutung mobiler Endgeräte für den E-Commerce wird weiter wachsen: „Mit der bald dominierenden Nutzung von mobilen Endgeräten für den Einkauf ändert sich auch das Aussehen des E-Commerce insgesamt. Mit Apps und der Nutzung von Social Media entstehen neue Chancen für Händler, ihre Kunden zu erreichen und für sie relevant zu bleiben”, sagt Martin Groß-Albenhausen, stellvertretener bevh-Hauptgeschäftsführer, der im Verband für die Marktforschung zuständig ist.

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Sonderkonjunktur für Lebensmittel, Drogerie und Tierbedarf

Seit Beginn der Corona-Pandemie entwickelten sich die einzelnen Warengruppen im E-Commerce recht unterschiedlich. Doch zum Ende des Jahres 2021 war eine Angleichung des Umsatzwachstums der verschiedenen Segmente zu beobachten. Sie pendelten sich auf einem Niveau geringfügig über dem langjährigen Durchschnitt sein. Eine Art Sonderkonjunktur hatten dagegen die Waren des täglichen Bedarfs. Die Bereiche Lebensmittel, Drogerie und Tierbedarf verzeichneten mit 36,4 Prozent erneut einen massiven Zuwachs und entwickelten sich besser als alle anderen Segmente (2020: 40,9 Prozent).
Den Löwenanteil bei den Brutto-Umsätzen machten im abgelaufenen Jahr mit 50,5 Mrd. Euro (2020: 42,1 Mrd. Euro) Online-Marktplätze wie Amazon & Co aus. Das ist mehr als 50 Prozent der gesamten E-Commerce-Umsätze. Am schnellsten von allen Versender im Vergleich wuchs jedoch der Direktvertrieb (D2C) der Hersteller. Stationäre Händler, die aber auch einen Online-Vertrieb nutzen (Multichannel), legten beim Umsatz um 16,7 Prozent zu. Noch besser aber entwickelten sich die Umsätze der Internet-Pure-Player. Sie konnten um 18,4 Prozent (2020: 9,5 Prozent) zulegen.

Prognose 2022: E-Commerce wächst um zwölf Prozent

Der bevh rechnet für 2022 damit, dass die Warenumsätze um noch einmal zwölf Prozent zulegen werden. Allein der Online-Verkauf von Waren werde aller Voraussicht nach einen Bruttoumsatz von mehr als 110 Milliarden Euro erreichen.

„Das Bekenntnis der neuen Bundesregierung zu Digitalisierung und zum E-Commerce in Deutschland, wie wir es im Koalitionsvertrag finden, begrüßen wir sehr. Wichtig ist jetzt, die Entwicklung unserer Branche nicht durch einseitige Belastungen, übergroßen Formalismus und in Gesetze gegossene Angst vor ihrem Erfolg unangemessen einzuschränken. Wir wünschen uns den Mut, auf die Zukunft des Handels zu setzen, statt überkommene Strukturen zu bewahren – in Deutschland und in Europa“, sagt Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer.

Tipp: Weiterführende Studie: Die Bedeutung des E-Commerce für die deutsche Wirtschaft

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