Mercedes-Benz Trucks hat einen ersten Großauftrag für seine vollelektrischen eActros-Modelle erhalten, wie das Unternehmen kürzlich bekannt gab. So orderte Einride, der schwedische Spezialist für den digitalisierten, elektrischen und autonomen Transport, 120 Trucks der Modelle „eActros 300“ und „eActros 400“. Einride will die Flotte lokal CO₂-neutralen Transporter mit bis zu 400 Kilometern Reichweite ab Mitte 2022 im schweren Verteilerverkehr in europäischen Schlüsselmärkten einsetzen. Sinkende Batteriepreise uns steigende Reichweiten machen E-Trucks immer attraktiver.

Die Bestellung war ein wichtiger Schritt für die erst im Oktober 2021 angelaufene Produktion in Wörth am Rhein. „Der Großauftrag belegt, dass der eActros das richtige Fahrzeug ist und er bestärkt uns auf unserem Weg hin zur vollständigen Dekarbonisierung der Transportbranche“, sagte Karin Rådström, Mitglied des Vorstands der Daimler Truck Holding AG, verantwortlich für die Regionen Europa und Lateinamerika und die Marke Mercedes-Benz Lkw.

Einride will die batteriebetriebenen LKW zunächst in europäischen Schlüsselmärkten einsetzen und weiter mit Daimler Trucks bei der Einführung der Elektromobilität zusammenarbeiten. „Wir bauen unsere globale Flotte vernetzter Elektrofahrzeuge immer weiter aus. Dabei ist es für uns entscheidend, dass wir unsere Softwarelösungen mit der leistungsfähigsten Technologie zusammenbringen. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit dem Mercedes-Benz eActros hierbei auf das richtige Fahrzeug setzen. Durch gemeinsame Produktentwicklung werden wir auch weiterhin die Elektrifizierung der Branche erfolgreich vorantreiben“, sagt Ellen Kugelberg, Chief Operating Officer des schwedischen Unternehmens.

Am Standort Wörth befindet sich auch das sogenannte Future Truck Center von Daimler, in dem künftig weitere CO₂-neutrale Trucks der Marke entwickelt werden sollen. Bis 2030 will der schwäbische LKW-Anbieter mehr als die Hälfte seiner neuen Trucks in Europa elektrifizieren. Attraktiv machen will Daimler seine elektrisch fahrenden Trucks aber auch mit maßgeschneiderten Serviceangeboten rund um die E-Mobilität. Deshalb hat das Unternehmen sein europäisches Servicenetz frühzeitig und intensiv vorbereitet. So können künftig auch größere E-Flotten komplett mit allem Nötigen versorgt werden.

eActros: schnelles Laden und bis zu 400 Kilometer Reichweite

Der eActros wird von drei oder vier Batteriepacks mit jeweils 105 kWh Kapazität mit Strom versorgt. Damit schafft der batterieelektrische Truck im besten Fall bis zu 400 Kilometer. Seine flüssigkeitsgekühlten Motoren ermöglichen eine Dauerleistung von 330 kW und können bei Bedarf auch Bremsenergie rekuperieren. Das Nachladen ist mit bis zu 160 kW Ladeleistung möglich. Bei 20 °C Außentemperatur bedeutet das: In etwas mehr als einer Stunde kann der Akku an einer klassischen DC-Schnellladesäule (400 A) von 20 auf 80 Prozent Kapazität gebracht werden.

Der eActros hat serienmäßig ein sogenanntes Multimedia Cockpit Interactive. Dieses informiert den Fahrer laufend über den Ladezustand der Batterie, die noch verbleibende Reichweite sowie den aktuellen sowie druchschnittlichen Energieverbrauch. Zusätzlich erhält der Fahrer Tipps für eine effiziente Fahrweise, aber auch für das elektrische Fahren optimierte Telematik- und Flottenmanagementdienste.

Bis 2039 nur noch elektrische Trucks von Daimler

Elektro-LKW stehen einem konventionell angetriebenen Transporter bei der Sicherheit in nichts nach. Bei einem Seitenaufprall schützen im eActros spezielle Aluminiumprofile die Batterien, Sensoren erkennen dabei automatisch einen Crash und trennen die Hochvolt-Batterie vom restlichen LKW.

Ein serienmäßiges akustisches Warnsystem sorgt dafür, dass der LKW jederzeit von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden kann, da das Fahrzeug deutlich leiser ist als ein dieselmotorisch angetriebener LKW. An Bord sind auch ein Rechtsabbiegeassistent, der Notbremsassistent mit Fußgängererkennung und digitale Außenspiegel.

Der Daimler-Konzern will alle seine Trucks bis 2039 auf Elektroantrieb umgestellt haben. Begonnen hat das Unternehmen mit dem lokalen Güterverkehr, im Anschluss sollen Modelle für die Langstrecke folgen. Der eActros Long Haul soll 2024 auf den Markt kommen, für die zweite Hälfte des Jahrzehnts ist auch noch ein Truck mit Brennstoffzellen-Antrieb geülant.

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Immer mehr Hersteller bieten E-Trucks an

Aber auch andere Hersteller arbeiten mit Hochdruck an der Elektrifizierung von Trucks und haben zum Teil schon bestellbare Fahrzeuge im Angebot. Eines davon ist der Tesla Semi Truck, für den kürzlich die ersten Orders beim kalifornischen Hersteller eingingen. Allerdings sollte der Schwerlaster längst auf dem Markt sein, die Einführung wurde aber mehrfach verschoben. Die Reichweite des Sattelschleppers soll bis zu 1000 Kilometer betragen. In Europa ist der Semi Truck aktuell aber nicht verfügbar.

Auch Tesla-Wettbewerber Nikola arbeitet an Elektro-LKW mit großen Reichweiten. Zusammen mit Bosch entwickelt Nikola Trucks mit Elektroantrieb, die ihre Energie jedoch aus Wasserstoff generieren. Bis zu 1900 Kilometer Reichweite verspricht der Hersteller mit dieser Technologie für eine volle Tankladung. Die Markteinführung in den USA ist für 2023 vorgesehen. Seit September 2021 bereits läuft im IVECO-Werk Ulm die Serienfertigung des Nikola Tre – allerdings mit batterieelektrischem Antrieb. Später soll im Werk Ulm, das eine Kapazität von bis zu 1000 Fahrzeugen pro Jahr hat, zusätzlich eine Variante des Tre mit Brennstoffzelle gebaut werden.

Bereits seit 2019 hat Volvo Trucks zwei Elektro-Lkw im Angebot: den Volvo FL Electric mit bis zu 16,7 Tonnen Gesamtgewicht, der vor allem für den Stadtverkehr vorgesehen ist, etwa als Müllwagen oder im Lieferverkehr. Die Reichweite liegt zwischen 100 und 300 Kilometern, abhängig vom Einsatz. Das zweite Modell ist der Volvo FE Electric mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 27 Tonnen. 2022 will Volvo zusätzlich drei schwere Lkw in den Markt einführen.

Auch Renault hat seit kurzem vollelektrische Trucks der Z.E (Zero Emission)-Modellreihe im Angebot. Die Modelle Master Z.E., D Z.E. und D Wide Z 3,5 schaffen bis zu 400 Kilometer Reichweite, je nach Einsatzzweck.

Die Daimler-Tochter Fuso verkauft den Kleinlaster eCanter seit 2020 mit individuell zusammenstellbaren Batteriesätzen. Möglich sind, je nach Budget und Reichweitenpräferenzen, drei bis sechs Batteriesets mit jeweils 14 kWh. Verglichen mit einem konventionellen Dieselantrieb lassen sich die Betriebskosten so um bis zu 1.000 Euro pro 10.000 Kilometer senken. Der japanische Hersteller will bald auch Lkw mit bis zu elf Tonnen Zuladung und bis zu 350 Kilometer Reichweite anbieten.

Kaufprämie des Bundes für Elektro-LKW

Eine wichtige Botschaft für alle Logistikkonzerne, die über die Anschaffung von Elektro-LKW nachdenken: Der Bundesregierung fördert seit wenigen Monaten (Herbst 2021) die Anschaffung von Batterie-, Brennstoffzellen- oder Hybridelektro-Lkw mit einer Kaufprämie. Diese beläuft sich auf 80 Prozent der Mehrkosten verglichen mit einem konventionellen Diesel-LKW. Auch die notwendige Ladeinfrastruktur ist unter bestimmten Voraussetzungen förderwürdig. Weitere Informationen: KsNI – Förderung von leichten und schweren Nutzfahrzeugen mit alternativen und klimaschonenden Antrieben – Bundesamt für Güterverkehr

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