Noch immer gibt es in der Transportlogistik große Ineffizienzen, wie ein aktueller Transporeon-Report („Trust the Network“) enthüllt. So waren etwa in den USA mehr als 20 Prozent der 2019 von Speditionen zurückgelegten Meilen Leerfahrten, die die Unternehmen 5,64 Milliarden US-Dollar kostete. In der EU ist es nicht besser: Hier machten die Leerfahrten zwischen 15 und 30 Prozent der Gesamtkilometer aus. Die Transporeon-Analyse zeigt Lösungswege auf, wie die Transportlogistik effizienter und damit auch nachhaltiger werden kann.

Zu den Symptomen einer wenig effizienten Logistik gehören auch die langen Standzeiten. Die Studie zitiert eine Vehco-Umfrage, ein Dienstleister für Flottenmanagementlösungen: In dieser Befragung gab mehr als die Hälfte der befragten Spediteure (53 Prozent) an, dass ihre Fahrer durchschnittlich drei oder mehr Stunden pro Woche warten – bei 40 Arbeitsstunden pro Woche. 22 Prozent der Speditionen erklärten, dass ihre Fahrer sogar mehr als fünf Stunden pro Woche warten würden. Einer der befragten Spediteure sagte, dass man ohne Wartezeiten monatlich rund 10.000 Euro sparen könne.

Lange Standzeiten können sogar dazu führen, dass manche Fahrten wirtschaftlich unrentabel werden.

Wie kann das Dilemma beendet werden?

Der erste Schritt zur Veränderung lautet: anders denken! Die Transporeon-Studie kritisiert, dass Transport lange Zeit als eine stark zersplitterte Branche angesehen wurde. Verlader, Spediteure, Frachtvermittler, etc. waren wie Fragmente in einem Haufen loser Puzzle-Teile. Die Studienautoren raten dazu, die einzelnen Player der Transportindustrie künftig als Knoten in einem verbundenen Netzwerk zu sehen.

Die Bedeutung des Netzwerk-Effekts

Die Vorzüge von Netzwerkeffekten sind seit langem bekannt. Die Transporeon-Studie zitiert Theodore N. Vail, den Präsident von AT&T, der dieses Phänomen bereits im Jahr 1908 in seinem Unternehmensbericht beschrieb: „Ein Telefon – ohne eine Verbindung am anderen Ende der Leitung – ist nicht einmal ein Spielzeug oder ein wissenschaftliches Instrument. Es ist eines der nutzlosesten Dinge auf der Welt. Sein Wert hängt von der Verbindung mit dem anderen Telefon ab – und steigt mit der Zahl dieser Verbindungen.“ Der Netzwerkeffekt ist in unserer Zeit nahezu allgegenwärtig: ob Internet, Web oder soziale Netzwerke. Branchenspezifische Business-to-Business-Netzwerke werden heute immer wichtiger. Sie erleichtern es den Teilnehmern via Cloud-basierter Software effizienter, skalierbarer und innovativer zu kommunizieren sowie ihre Prozesse zu optimieren.
Transportmanagementsysteme (TMS) gehörten zu den ersten Unternehmensanwendungen, die einen Software-as-a-Service-Ansatz (SaaS) eingesetzt haben. TMS gehörten auch zu den ersten Anwendungen, die uniforme Online-Marktplätze zum Einsatz brachten. Damit können verschiedene Verlader, Spediteure und Logistikdienstleister gemeinsam eine Software in der Cloud nutzen. Vergleichbar ist das mit dem System von Social-Media-Plattformen wie Facebook oder LinkedIn: Alle User nutzen dieselbe Cloud, netzwerken kann man aber nur mit Personen, die eine Kontaktanfrage annehmen.

Moderne TMS erleichtern Transaktionen

Moderne cloud-basierten TMS haben sind längst zu vollwertigen end-to-end Logistikplattformen herangereift. Sie machen Wertschöpfung möglich, indem sie Transaktionen erleichtern und Verbindungen herstellen. Sie sind sozusagen das Facebook oder Linkedin der Logistik-Branche. Sie geben allen Akteuren der Branche die Möglichkeit, standardisierte Transaktionen mit zentralen Tools, Funktionen und Dienstleistungen durchzuführen. Logistikplattformen sind heute ein riesiges Netz in der Cloud, mit Tausenden von Verbindungsknoten. Jeder „Knoten“ ist ein Verlader, Spediteur oder Logistikdienstleister und jeder „Faden“ des Netzes übermittelt Daten und Transaktionen an die angeschlossenen Netzwerkpartner.

Enormes Verbesserungspotenzial mit vorhandenen Ressourcen

Um die Potenziale zu heben, braucht es keine Drohnen oder fahrerlosen LKW. Schon heute verfügbare Technologien reichen aus, um deutlich effizienter zu werden, wenn diese konsequent für eine bessere Planung und Umsetzung eingesetzt werden. Transporeon hat für seine Studie eine Befragung unter Logistikern durchgeführt – zwei der Fragen:

1. Wie viel Verbesserungspotenzial gibt es Ihrer Meinung nach noch in den aktuellen Transportmanagement-Prozessen? 2. Was sind die wichtigsten Ergebnisse, die Sie sich von künftigen Verbesserungen der Transportprozesse wünschen? Fast zwei Drittel der Befragten (65 %) sahen ein „hohes“ oder „sehr hohes“ Verbesserungspotenzial in der Neugestaltung und dem Management von Transportprozessen. Lediglich sieben Prozent glauben, dass es hier nur „geringes“ oder „sehr geringes“ Verbesserungspotenzial gibt.

Eine weitere Frage lautete: Was sind die Zielsetzungen bei der Neugestaltung oder Umsetzung neuer Transportprozesse? 175 der Befragten stimmten für eine „bessere Echtzeit-Sicht auf Nachfrage, Frachtraten und Kapazitäten“, 157 stimmten für „effizientere Synchronisierung von Nachfrage und Kapazitäten“ und 157 für „Abschaffung manueller und papierbasierter Prozesse“.

Bei den wichtigsten Zielen gab die Mehrheit der Befragten die „Verringerung und Vermeidung von Leertransporten“ an. Bei den Antworten gab es jedoch deutliche Unterschiede zwischen Verladern und Spediteuren, aber auch zwischen den US-Befragten und dem Rest der Welt (ROW). Die Verlader gaben der Antwort „bessere Echtzeit-Sicht auf Nachfrage, Frachtraten und Kapazitäten“ die mit 20 Prozent meisten Stimmen, die Spediteure dagegen mit 20 Prozent der Antwort „Verringerung bzw. Vermeidung von Leertransporten“.

Die US-Befragten nannten dagegen die „Abschaffung manueller und papierbasierter Prozesse“ (29 Prozent) als wichtigstes Ziel, während der ROW der „Verringerung bzw. Vermeidung von Leertransporten“ die höchste Priorität (29 %) gab.

Einer der Umfrageteilnehmer fasste die heutigen Herausforderungen in der Logistik sehr treffend zusammen: „Während sich die Technologien in der Transportwirtschaft schnell verändern, sind die Herausforderungen heute nicht viel anders als vor 10 Jahren: Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Kapazität, starke Schwankungen, mangelnde Zusammenarbeit, kurzfristiger Fokus auf Beziehungen und Preise usw.“. Für die Zukunft wünscht sich dieser Studienteilnehmer: „Es muss einen Paradigmenwechsel bei Verladern und Spediteuren geben, damit Effizienzgewinne durch neue Technologien voll ausgeschöpft werden können.“

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Der Zukunft den Weg ebnen

Das Fazit der Transporeon-Studie legt nahe, dass sich die Sichtweise der Branche auf die Transportindustrie und Transport-Management-Systeme ändern muss: Aus losen Puzzleteilen müssten verbundene Netzwerke werden. Anwendungen nur für das eigene Unternehmen sollten zu Network Operating Systems werden, fordern die Studienautoren. Der Weg in die Zukunft werde vorausschauend statt reaktiv sein. Die größten Impulse kämen durch Echtzeit- Informationen (Realtime Visibility), Analytik, Optimierungen und automatisierte Arbeitsprozesse.

Auch das “C” in CRM werde eine neue Bedeutung bekommen: Unternehmen könnten sich künftig nicht mehr nur auf Customer Relationship Management konzentrieren, sondern müssten ihren Fokus verstärkt auch auf Carrier Relationship Management legen.

Erst durch das Nutzen von Netzwerkeffekten könne das TEAM-Konzept („Together Everyone Achieves More“) erfolgreich umgesetzt werden.

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